Stand: Oktober 2026. Die meisten Gastronomen kennen ihre Lieferando-Provision ungefähr. Was am Monatsende wirklich abgezogen wird, wissen deutlich weniger. Wir haben GloriaFood jahrelang an Restaurants vertrieben und betreut, und fast jeder dieser Betriebe war parallel auf Lieferando. Die Frage „Was kostet mich das eigentlich?“ kam dabei immer wieder. Hier ist die Antwort, so genau, wie sie sich aus öffentlichen Angaben geben lässt.
Ob sich ein eigenes Bestellsystem neben oder statt Lieferando lohnt, steht in einem eigenen Artikel: Lieferando-Alternative: Eigenes Bestellsystem statt Provision. Hier geht es nur um die Kosten.
Was Lieferando öffentlich zu den Kosten sagt
Auf der Anmeldeseite für Restaurants schreibt Lieferando: Es gibt keine Anmeldegebühr, die Zusammenarbeit läuft auf Provisionsbasis, und du kannst jederzeit kündigen. Feste Prozentsätze für Deutschland stehen dort nicht.
Genauer werden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Partner (Stand 1. November 2024). Danach setzen sich die Gebühren aus drei Teilen zusammen:
- der Provisionsgebühr,
- Verwaltungskosten,
- und, falls zutreffend, anderen Gebühren, die auf dem Anmeldeformular stehen oder dir schriftlich mitgeteilt werden.
Deine konkreten Sätze stehen also im Anmeldeformular, also in deinem Vertrag. Wer schon Partner ist, findet sie auf der wöchentlichen Aufstellung im Partner Hub.
Die Provision: eigene Fahrer oder Lieferando-Fahrer
Die Provision hängt vor allem davon ab, wer ausliefert. Die bekanntesten öffentlichen Zahlen stammen von der damaligen Deutschland-Chefin von Lieferando: 13 % fallen an, wenn das Restaurant selbst liefert, 30 %, wenn ein Lieferando-Fahrer ausliefert (Hogapage, Februar 2021). Im Juli 2022 berichtete die Presse, dass Lieferando die Sätze „in bestimmten Märkten“ von 13 auf 14 % erhöht hat.
| Wer liefert | Provision (Beispielwert) | Liefergebühr zahlt der Gast an |
|---|---|---|
| Du mit eigenen Fahrern | 13 bis 14 % | dich |
| Lieferando-Fahrer | bis 30 % | Lieferando |
Die Prozentsätze sind Beispielwerte aus öffentlichen Berichten. Verbindlich ist, was in deinem Vertrag steht.
Drei Details, die beim Nachrechnen oft fehlen:
Die Provision wird auf den Bruttobestellwert berechnet. So definieren es die Partner-AGB: Bruttobestellwert ist der Gesamtbetrag, den der Gast zahlt, einschließlich der Liefergebühr, die du festlegst, und aller Steuern. Im Abschnitt zu Stempelkarten heißt es ausdrücklich, dass die Gebühren auf diesem Wert basieren. Lieferst du selbst und nimmst 2 € Liefergebühr, zahlst du nach unserem Verständnis also auch auf diese 2 € Provision. Schau auf deiner Aufstellung nach, wie es bei dir abgerechnet wird.
Auf die Provision kommt Umsatzsteuer. Provisionen werden in der Regel netto vereinbart und mit 19 % Umsatzsteuer berechnet. Bist du vorsteuerabzugsberechtigt, holst du dir die Umsatzsteuer zurück. Für die Liquidität im Monat zählt sie trotzdem.
Liefert Lieferando, gelten andere Regeln. Dann berechnet Lieferando dem Gast die Liefergebühr, darf einen Mindestbestellwert festlegen, und Barzahlung ist nicht möglich. Das Essen muss zur vereinbarten Zeit fertig sein: Die AGB nennen eine maximale Wartezeit für den Fahrer von 3 Minuten.
Diese Kosten kommen zur Provision dazu
Neben der Provision gibt es Posten, die nur anfallen, wenn du bestimmte Funktionen nutzt. Die wichtigsten laut AGB:
- TopRank (gesponserte Platzierung). Damit rückst du in der Liste weiter nach oben und wirst als „gesponsert“ gekennzeichnet. Laut den TopRank-Bedingungen zahlst du dafür zum Beispiel eine feste Gebühr pro Bestellung, zusätzlich zur Provision. Wichtig: Die Gebühr gilt für alle Bestellungen, die eingehen, solange die Kampagne läuft, nicht nur für die zusätzlichen.
- Stempelkarte. Nach fünf Bestellungen bekommt der Gast einen Gutschein über 10 % des Werts dieser fünf Bestellungen. Die Kosten des Gutscheins trägst du, und die Gebühren werden auf den Bestellwert vor Abzug des Gutscheins berechnet.
- Andere Anbindung. Wer Bestellungen per Schnittstelle direkt in die eigene Kasse holt statt über das Standardgerät, für den können laut AGB „gesonderte Bedingungen und Gebühren“ gelten.
- Verwaltungskosten und weitere Gebühren laut Anmeldeformular, siehe oben.
Eine Gebühr zahlst du nicht selbst, sie betrifft dich aber trotzdem: Gäste zahlen bei Lieferung eine Servicegebühr, deren Höhe Lieferando im Warenkorb anzeigt. Bei Abholung fällt sie laut Lieferando nicht an. Für deine Abrechnung ändert das nichts. Für den Gast wird die Bestellung über die Plattform dadurch etwas teurer als der reine Speisepreis.
Rechenbeispiel: Pizzeria mit 8.000 € Lieferando-Umsatz
Eine frei gewählte Modellrechnung, keine echten Kundendaten: Eine Pizzeria macht 8.000 € Umsatz im Monat über Lieferando, das sind bei 25 € Durchschnitt 320 Bestellungen.
| Posten | Eigene Fahrer (13 %) | Lieferando-Fahrer (30 %) |
|---|---|---|
| Provision im Monat, netto | 1.040,00 € | 2.400,00 € |
| plus 19 % Umsatzsteuer | 197,60 € | 456,00 € |
| Provision im Jahr, netto | 12.480,00 € | 28.800,00 € |
| pro Bestellung (25 €) | 3,25 € | 7,50 € |
Liefert die Pizzeria selbst und nimmt 2 € Liefergebühr, kommen bei 320 Bestellungen noch rund 83 € Provision auf die Liefergebühren dazu (13 % von 640 €).
Die Tabelle zeigt nur die Provision. Bei eigenen Fahrern zahlst du Lohn und Fahrzeug selbst. Deshalb lohnt der Blick auf eine einzelne Bestellung über 25 € mit 3 km Entfernung, gerechnet mit den Standardwerten unseres Liefergebühr-Rechners (17 € Stundenlohn inklusive Nebenkosten, Auto, eine Bestellung pro Fahrt). Die Provision ist bei eigener Lieferung 13 % von 27 € (Bestellung plus Liefergebühr), bei Lieferando-Lieferung 30 % von 25 €:
| Pro Bestellung | Du lieferst selbst | Lieferando liefert |
|---|---|---|
| Provision | 3,51 € | 7,50 € |
| Fahrer und Fahrzeug | 7,30 € | 0,00 € |
| Liefergebühr vom Gast | −2,00 € | geht an Lieferando |
| Kosten je Bestellung | 8,81 € | 7,50 € |
Fährt dein Fahrer jede Bestellung einzeln, kann die eigene Lieferung teurer sein als die Lieferung durch die Plattform. Fährt er zwei Bestellungen in einer Tour, halbieren sich die Fahrerkosten grob, und die eigene Lieferung kostet nur noch rund 5,16 € je Bestellung. Die Auslastung deiner Fahrer entscheidet also mit. Rechne beides mit deinen echten Zahlen durch, bevor du das Liefermodell wechselst. Was die Provision dich im Jahr kostet, zeigt der Provisionsrechner in einer Minute.
Was sonst noch in den Partner-AGB steht
Ein paar Punkte aus den AGB, die mit Geld zu tun haben und die in unseren Gesprächen mit Gastronomen oft niemand auf dem Schirm hatte:
- Gleicher-Preis-Garantie. Deine Preise, Rabatte und Sonderangebote auf Lieferando müssen denen auf deinen eigenen Online-Kanälen entsprechen, ausdrücklich auch bei Liefergebühren und Mindestbestellwerten. Planst du einen Rabatt nur für Bestellungen über deine eigene Website, lies diese Klausel vorher genau und lass dich im Zweifel beraten.
- Website unter deiner Marke. Laut AGB kann Lieferando eine Website mit deinem Namen, deiner Speisekarte und deinem Logo erstellen und mit der Plattform verknüpfen, „es sei denn, Sie informieren uns anderweitig“. Die Domain gehört dann Lieferando. Willst du das nicht, teil es Lieferando mit.
- Abrechnung. Du bekommst jede Woche eine Aufstellung im Partner Hub. Online bezahlte Bestellungen verrechnet Lieferando mit den Gebühren. Rechnungen musst du innerhalb von 15 Tagen bezahlen.
- Kündigung. Ordentlich kündigen kannst du mit 30 Tagen Frist.
So hältst du die Plattformkosten im Griff
Lieferando bringt dir Gäste, die dich sonst vielleicht nie gefunden hätten. Dafür ist die Provision der Preis. Teuer wird es, wenn du sie auch für Gäste zahlst, die dich längst kennen. Was in der Praxis hilft:
- Jeden Monat die Aufstellung lesen. Provision, Verwaltungskosten, TopRank, Stempelkarten-Gutscheine: Leg die Summe neben deinen Umsatz über die Plattform. Erst dann kennst du deinen echten Satz.
- TopRank bewusst einsetzen. Weil die Gebühr auf alle Bestellungen im Kampagnenzeitraum fällt, lohnt sie sich nur, wenn sie spürbar mehr Bestellungen bringt. Teste sie für ein paar Wochen und vergleiche mit Wochen ohne.
- Touren planen. Bei eigener Lieferung sind die Fahrerkosten oft der größte Posten, siehe Rechnung oben.
- Stammgäste direkt bestellen lassen. Gäste, die regelmäßig bestellen, kannst du auf eine eigene Bestellseite holen, zum Beispiel mit einem QR-Code an der Theke und auf dem Tisch. Auf diesen Bestellungen fällt keine Plattform-Provision an. Was du in Lieferungen über die Plattform beilegen darfst, regelt dein Vertrag.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Lieferando-Provision 2026? Lieferando veröffentlicht für Deutschland keine festen Sätze. Öffentlich bekannt sind 13 % bei eigener Lieferung und 30 % bei Lieferung durch Lieferando-Fahrer, dazu Presseberichte über eine Erhöhung auf 14 % in bestimmten Märkten im Jahr 2022. Was für dich gilt, steht in deinem Anmeldeformular und auf deiner Aufstellung.
Kostet die Anmeldung bei Lieferando etwas? Laut Lieferando gibt es keine Anmeldegebühr. Kosten entstehen über Provision, Verwaltungskosten und gegebenenfalls weitere Gebühren laut Anmeldeformular.
Zahle ich auch Provision auf die Liefergebühr? Nach den Partner-AGB gehört die Liefergebühr, die du selbst festlegst, zum Bruttobestellwert, und die Gebühren basieren auf diesem Wert. Wie es in deinem Fall abgerechnet wird, siehst du auf der Aufstellung.
Wer zahlt die Servicegebühr? Der Gast, und zwar bei Lieferbestellungen. Sie wird im Warenkorb ausgewiesen und taucht nicht als Kostenposten auf deiner Abrechnung auf.
Kann ich bei Lieferando andere Preise nehmen als auf meiner eigenen Website? Die Partner-AGB enthalten eine Gleicher-Preis-Garantie, die Preise, Rabatte, Liefergebühren und Mindestbestellwerte deiner eigenen Online-Kanäle einschließt. Prüf die Klausel, bevor du unterschiedliche Preise einführst.
Fazit
Bei eigener Lieferung liegt die Provision nach öffentlichen Angaben bei 13 bis 14 %, bei Lieferung durch Lieferando bei bis zu 30 %, jeweils auf den Bruttobestellwert und zuzüglich Umsatzsteuer. Dazu kommen Verwaltungskosten und, je nach Nutzung, TopRank und Stempelkarte. Ob eigene Fahrer günstiger sind, hängt weniger an der Provision als an der Auslastung deiner Fahrer.
Wenn du Stammgäste über eine eigene Bestellseite bestellen lassen willst: Bei eatbase zahlst du im Tarif Start 69 € im Monat und keine Provision, im Free-Tarif 3 % pro Bestellung ohne Grundgebühr. Die Details stehen auf der Preisseite, die Funktionen beim Bestellsystem.
Hinweis: Alle Angaben zu Lieferando beruhen auf öffentlich zugänglichen Informationen (Partner-AGB Stand 1. November 2024, Anmeldeseite und Kundenservice abgerufen am 20. Oktober 2026, Presseberichte 2021 und 2022). Prozentsätze sind Beispielwerte und können sich ändern. Verbindlich sind allein die Angaben und Verträge des Anbieters.